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Grünkohlessen

Grünkohlessen in Bad Harzburg

Anfang Dezember ist alles still geworden. Die Betriebsamkeit hat nachgelassen, der alte Dampfer steht glanzlos ohne Sonne in der Garage. Still saugt er sich etwas Energie vom Batterie Ladegerät. Der Lack ist einfach nur dunkel im Schein der Neonlampen. Draußen liegt Schnee, das Jahr neigt sich dem Ende und überall wird der Weihnachtsschmuck rausgekramt.
Die stille, besinnliche Zeit beginnt.
Naja, das muß ja nun auch noch nicht sein. Also wird der Stern vollgetankt und reisefertig gemacht, ein paar Sachen für eine Nacht zusammen gepackt und nach zwei Diesel Gedenkminuten springt der Motor freudig an. Los geht es auf die Autobahn, Tempomat eingeschaltet und die Kilometer spulen sich gleichmäßig weg.
Ab Rühden lag dann doch mehr Schnee, als bei uns im Norden. Einige recht hohe Schneeverwehungen nervten auf den Straßen, die Räumfahrzeuge gaben alles. Gut, das ich noch eine Schaufel mitgenommen habe.
Das Ortsschild Bad Harzburg kam in Sicht, die verschneite Rennbahn war kaum wieder zu erkennen. Das ist ein echter Kontrast wenn man es sonst nur im Sommer einmal sieht mit den vielen Trikes.
Frau Rinke zeigte mir das Zimmer in der Pension, es war schön warm und bot eine tolle Aussicht. Es sollte nicht lange dauern, da trudelten auch Ina und Karsten ein. Schnell kam Kaffee und Weihnachtsgebäck auf den Tisch und es wurde gemütlich. Ein wenig später kamen Ulli und Pearl um die Ecke gebogen mit noch mehr Kaffee und schon wurde die Stimmung ausgelassen. Die Zeit ging schnell vorbei, man beschloß langsam aufzubrechen. Mit einem Mal bogen die Minihexen auch noch um die Ecke, gefolgt von der Hexe. Das Hallo war wieder riesengroß und zusammen ging es zur Gaststätte an der Rennbahn.
Die Aussicht war herrlich, es dunkelte langsam und die Rennbahn lag still zugeschneit vor uns. Die Gaststätte war schön geschmückt, ein Weihnachtsbaum fehlte natürlich auch nicht. Rosita und Peter begrüßten uns herzlich und wir fanden unsere Plätze und sabbelten "Benzin" über die schöne Saison 2010. Bald wurde das Essen serviert, das ich schon voller Spannung erwartete. Schließlich wird der Grühnkohl bei uns im Norden ganz anders genossen,
wie im Harz. Ich mag gerne regionale Küche kosten und so stellte ich überrascht fest, das die Leckereien ganz anders aussahen.
Es gab Salzkartoffeln, braune Soße, Grünkohl und Kassler und Breegenwurst natur oder geräuchert. Man unterhielt sich bei Tisch über die verschiedenen Varianten des Grünkohl und es kamen viele Mixturen zu Tage. Einiges Kopfschütteln gab es natürlich als ich erzählte, das es bei uns kandierte Bratkartoffeln zum Grünkohl gäbe und das der Kohl meist mit Zucker nach eigenem Ermessen versüßt würde. Naja, über Geschmack kann man streiten, mußten wir aber nicht weil das Essen sehr lecker war!Sehr gut gesättigt brach nun der gemütliche Teil an.
Draußen stürmte es, der Schnee peitschte vorbei und drinnen wurde nun schöne Tanzmusik angespielt. Es dauerte nicht lange und schon ging es los. Die Stimmung wurde schnell ausgelassen und es wurde viel getanzt. Die Tresenmannschaft verwöhnte uns und als die Chefin des Hauses auf einem Besen aus der Küche geritten kam wußten alle wieder ganz genau, das sie im Harz waren. Die Hexe stimmte mit ein und schon wurden die Besen über den Dancefloor geflogen. Es wurde weitergetanzt und schließlich gab die Chefin des Hauses noch ein Solo zu Peter Maffay´s so bist Du gesungen in einen Malerpinsel als gedachtes Microphon. Die Luftgitarren wurden auch noch geschwungen, es war eine tolle Party!
Irgendwann in der Frühe verabschiedeten wir uns, fegten die Autos ab und ab ging es zu Frau Rinke in das kuschelige Zimmer. Natürlich hatten wir uns schon vorher ausgeguckt wer fährt und nichts trinkt um somit keine Schwierigkeiten zu befürchten. Dachten wir.
Kaum 300 Meter von der Gaststätte schoben wir mit 4 Mann das erste Auto aus den Schneewehen. Das klappte schließlich und weiter ging es. Auf der Hauptstrasse den Berg hinauf mit Schwung, der Schnee kratzte am Unterboden. Oha, zwei Schneepflüge kamen versetzt den Berg hinunter und schoben sehr viel vor sich her. Der hintere Pflug scherte wieder etwas ein um uns passieren zu lassen. Die 225 er Winterreifen vom Stern fraßen sich durch den Schnee, es half nichts, das ESP regelte ab. Schnell das ESP ausgeschaltet, zu spät, wir saßen fest. Nur gut das Pearl und Karsten hinter uns waren und uns anschieben konnten. Etwas später wünschten wir uns eine gute Nacht in der Pension.
Am Morgen duftete es schon nach Frühstück und Kaffee und so saßen wir schön beisammen und wurden von Frau Rinke sehr aufmerksam umsorgt, es fehlte nichts. Frau Rinke ist eine ältere Dame aber sehr rüstig und es gab noch Kaffee zum Mitnehmen für die Heimfahrt für kleines Geld. Die Autos wurden ausgeschaufelt und liefen warm, eine letzte Zigarette zusammen geraucht und wir verabschiedeten uns. Die Straßen waren gut geräumt, die Autobahn war frei, Tempomat eingeschaltet los geht´s.
Im Radio spielte Sweet Home Alabama
Dirk

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